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Trügerisches Werbeversprechen

Der Jahreswechsel wird von den Krankenkassen häufig als Zeitpunkt gewählt, um Neuerungen umzusetzen.

2012 war es die Techniker Krankenkasse, die als erste Kasse die Kosten für Osteopathie anteilig erstattete. Bis heute sind viele Krankenkassen diesem dem Beispiel gefolgt.

Barmer GEK und LKK werben mit Osteopathie

Um dem Wettbewerb standhalten zu können, werben viele Kassen damit, die Kosten für Osteopathie anteilig zu übernehmen. Doch schaut man genauer hin, erkennt man die Mogelpackung der Barmer GEK und LKK.

Die Krankenkassen stellen ihren Versicherten eine Kostenübernahme in Aussicht, aber die Bedingungen stellen die Therapeuten vor eine fast unlösbare Aufgabe. Das Ende vom Lied ist ein frustrierter Patient, dessen Behandlungskosten nicht erstattet werden.

Ein folgenschweres Urteil für die Physiotherapeuten

Auf dem deutschen Gesundheitsmarkt teilen sich drei Berufsgruppen die Osteopathie. Ärzte, Physiotherapeuten und Heilpraktiker. Wobei viele Therapeuten sowohl Physiotherapeut als auch Heilpraktiker sind (so wie ich).

Am 08.09.2015 hat das OLG 2 Düsseldorf eine folgenschweres Urteil gesprochen. Es untersagt Physiotherapeuten Osteopathie anzubieten, auszuüben, damit zu werben. Dies dürfen somit in Deutschland ausschließlich Ärzte und Heilpraktiker.

Ist Ihr Osteopath ausschließlich Physiotherapeut macht er sich strafbar nach dem o.g. Urteil aus Düsseldorf.  Sie als Patient haben keinen Versicherungsschutz, sollte bei der Behandlung etwas passieren, da seine Therapie illegal erfolgt.

Als Heilpraktiker ist es in Deutschland verboten ebenfalls als Physiotherapeut in den gleichen Praxisräumen tätig zu werden (eine Vorgabe des Gesundheitsamtes).

Der Therapeut darf in seiner Praxis nur als Physiotherapeut ODER als Heilpraktiker arbeiten.

Er darf jedoch zwei getrennte Praxen betreiben, in denen er seinen Tätigkeiten getrennt nachgehen kann.

Irrsinnige Vorgaben der gesetzlichen Krankennkassen

Die gesetzlichen Krankenkassen Barmer GEK und LKK geben vor, dass der Osteopath eine gesetzliche Kassenzulassung vorweisen muss als Arzt oder Physiotherapeut, damit die Kosten für eine private osteopathische Behandlung anteilig erstattet werden können.

  1. Ein Osteopath muss somit Heilpraktiker sein (für den Versicherungsschutz),
  2. zudem eine kassenzugelassene Physiotherapiepraxis betreiben (für die gesetzliche Krankenkasse)
  3. in der Sie aber nicht behandelt werden dürfen, weil es den Physiotherapeuten verboten ist Osteopathie zu betreiben (Urteil vom OLG2 Düsseldorf)
  4. oder Ihr Osteopath ist Arzt mit Kassenzulassung.

Ein Arzt mit Kassenzulassung hat in der Regel mit seiner Praxis mehr als genug zu tun. Möchte er trotzdem osteopathisch tätig werden, dann häufig in abgespeckter Form oder zum Preis einer Arbeitsstunde (ab ca. 150€) oder eben ohne Kassenzulassung als Privatarzt nach der Gebührenordnung für Ärzte (laut Satzung nicht erstattungsfähig durch die o.g. Krankenkassen).

Sollten Sie einen Arzt finden, der diese Anforderung zu Ihrer Zufriedenheit erfüllt, lassen Sie es mich gerne wissen.

Ist Ihr Osteopath ausschließlich als Heilpraktiker tätig, erstatten die o.g. Krankenkassen die Kosten nicht. Eben so wenig, wenn Ihr Osteopath Arzt in einer Privatpraxis ist.

Der Ärger mit der gesetzlichen Krankenkasse

Das Fazit daraus lautet, dass die Barmer GEK und die LKK zwar damit werben, die Kosten für die Osteopathie anteilig zu erstatten, es aber kaum Therapeuten gibt, die die Anforderungen legal erfüllen können. Die Therapeuten werden in die Illegalität gedrängt, und den Patienten wird eine Kostenübernahme versprochen, die kaum erfüllt werden kann. Die Patienten sind frustriert und die Therapeuten müssen Aufklärung betreiben. So machen die Krankenkassen Werbung mit Osteopathie ohne dafür zahlen zu müssen.

Aus diesem Grund ist eine Kostenübernahme der Barmer GEK und LKK bei mir leider nicht möglich.

 

Barmer GEK reduziert Erstattung für Osteopathie erneut

Die Barmer GEK hat im Nov. 2014 bereits ihre Erstattungspraxis für Osteopathie deutlich verschärft.

Mündliche Zusagen einer Kostenübernahme wurden von Seiten der Barmer GEK im November 2014 gegenüber den Versicherten nicht mehr eingehalten.

Viele meiner Patienten waren darüber sehr verärgert und zogen einen Wechsel der Krankenkasse in Betracht.

Am 21.03.2015 wurde in der überarbeiteten Satzung der Kasse die Pauschale von einstmals 100€ Zuschuss reduziert auf 50€ im Jahr für Osteopathie.

In der Satzung sieht die Barmer GEK nun vor, dass der Versicherte am Bonusprogramm teil nimmt und dort Punkte sammelt. Diese Punkte können mit der Rechnung des anerkannten Osteopathen (was immer das sein soll) bei der Barmer eingerecht werden. Die Bonuspunkte werden dann mit der Rechnung des Osteopathen verrechnet. Dabei gibt es maximal 50€ pro Jahr und Versicherten dazu.

Der Betrag von 50€ wird dann an den Versicherten ausgezahlt.

Nach wie vor, stellt diese Regelung eine unzureichende Absicherung des Versicherten da, da die Bezeichnung “anerkannter Osteopath” keine Qualitätssicherung mit sich bringt. Eine genaue Erklärung finden Sie hier.

 

 

Kostenübernahme der Osteopathie durch die Barmer GEK

Die Barmer GEK glänzte in der Vergangenheit durch eine besonders unkomplizierte Erstattungspraxis. Sehr zur Freude aller Beteiligten.

Die Versicherten konnten seit 2013 die Rechnung ihrer osteopathischen Behandlung bei der Barmer GEK einreichen und bis zu 100€ im Jahr aus dem Gesundheitskonto erstattet bekommen.

Eine ärztliche Verordnung war nicht notwendig. Die Handhabung war eher unkompliziert.

Leider hat die Barmer diese Vorgehensweise seit 2014 eingestellt.

Osteopath und nebenberuflich Arzt oder Physiotherapeut

Auf der Homepage der Barmer konnte man nachlesen, dass Osteopathen eine Kassenzulassung als Arzt oder Physiotherapeut vorweisen müssen, damit die 100€ erstattet werden können (letztes Änderungsdatum der Website 26.06.2014).

Trotz dieser Vorgabe war es unproblematisch, dass auch die Patienten von Osteopathen ohne Kassenzulassung aber mit den gewünschten Grundberufen, ihre Rechnungen einreichen konnten.

Dieses hat sich jedoch Ende 2014 geändert.

Die Barmer GEK verschärft ihre Erstattungspraxis

Die Vorgaben der Barmer bei der Erstattung osteopathischer Behandlungen wurden verschärft.

Die Patienten bekommen nach dem Einreichen der Rechnung eine schriftliche Stellungnahme, dass eine Kostenübernahme nicht mehr möglich sei.

Der Grund dafür liege in der fehlenden Kassenzulassung.

Osteopath mit Kassenzulassung in Physiotherapie – Was hätte das für Folgen?

Die gesetzlichen Krankenkassen Barmer GEK, und mittlerweile auch die LKK, geben vor, dass der Osteopath eine gesetzliche Kassenzulassung vorweisen muss als Arzt oder Physiotherapeut, damit die Kosten für eine private osteopathische Behandlung anteilig erstattet werden können.

Jedoch hat am 08.09.2015 das OLG 2 Düsseldorf eine folgenschweres Urteil gesprochen. Es untersagt Physiotherapeuten Osteopathie anzubieten, auszuüben und damit zu werben. Dies dürfen somit in Deutschland ausschließlich Ärzte und Heilpraktiker.

Dieses Urteil steht in deutlichem Widerspruch zu den Vorgaben der Barmer GEK und der LKK.

Der Irrsinn der Krankenkassen

Ist Ihr Osteopath ausschließlich Physiotherapeut macht er sich strafbar nach dem o.g. Urteil aus Düsseldorf.

Sie als Patient haben keinen Versicherungsschutz, sollte bei der Behandlung etwas passieren, da seine Therapie illegal erfolgt.

Als Heilpraktiker ist es in Deutschland verboten ebenfalls als Physiotherapeut in den gleichen Praxisräumen tätig zu werden (eine Vorgabe des Gesundheitsamtes).

Der Therapeut darf in seiner Praxis nur als Physiotherapeut ODER als Heilpraktiker arbeiten.

Er darf jedoch zwei getrennte Praxen betreiben, in denen er seinen Tätigkeiten getrennt nachgehen kann.

Viele Fallstricke

In meinem Fall würde es folgendes bedeuten:

  1. ich muss  Heilpraktiker sein (für den Versicherungsschutz),
  2. zudem eine kassenzugelassene Physiotherapiepraxis betreiben (für die gesetzliche Krankenkasse),
  3. in der ich Sie aber nicht behandeln darf, weil es den Physiotherapeuten verboten ist Osteopathie zu betreiben (Urteil vom OLG2 Düsseldorf) und ich nicht in den gleichen Praxisräumen als Physiotherapeut und Heilpraktiker tätig sein darf.

Ein Arzt mit Kassenzulassung hat in der Regel mit seiner Praxis mehr als genug zu tun. Möchte er trotzdem osteopathisch tätig werden, dann häufig in abgespeckter Form oder zum Preis einer Arbeitsstunde (ab ca. 150€) oder eben ohne Kassenzulassung als Privatarzt nach der Gebührenordnung für Ärzte (laut Satzung nicht erstattungsfähig durch die o.g. Krankenkassen).

Sollten Sie einen Arzt finden, der diese Anforderung zu Ihrer Zufriedenheit erfüllt, lassen Sie es mich gerne wissen.

Ist Ihr Osteopath ausschließlich als Heilpraktiker tätig, erstatten die o.g. Krankenkassen die Kosten nicht. Eben so wenig, wenn Ihr Osteopath Arzt in einer Privatpraxis ist.

Der Ärger mit der gesetzlichen Krankenkasse

Das Fazit daraus lautet, dass die Barmer GEK und die LKK zwar damit werben, die Kosten für die Osteopathie anteilig zu erstatten, es aber kaum Therapeuten gibt, die die Anforderungen legal erfüllen können. Die Qualität leidet, den Patienten wird eine Kostenübernahme versprochen, die kaum erfüllt werden kann und die Therapeuten müssen sich rechtfertigen.

So machen die Krankenkassen Werbung mit Osteopathie ohne dafür aufkommen zu müssen.

Aus diesem Grund ist eine Kostenübernahme der Barmer GEK und LKK bei mir leider nicht möglich!